Zur Entwicklung der Jugendabteilung

Der folgende Text wurde mit freundlicher Genehmigung von Horst Voigt der Festschrift “Einhundert Jahre SV Arminia Hannover” entnommen. Diese Festschrift kann in der Geschäftsstelle des SV Arminia käuflich erworben werden.

Die Jugendabteilung des SV Arminia, Teil 1

Gute und erfolgreiche Jugendarbeit wurde schon ab den 20er Jahren betrieben und nach dem 2. Weltkrieg mit vielen Meisterschaften fortgesetzt.

Als Arminia im Mai 1910 gegründet wurde, waren die Gründer selber noch so jung, dass sie im heutigen Verein der Jugendabteilung angehören würden. Doch sie spielten bereits in der ersten Herrenmannschaft zunächst um die Ehre und später – als man dem Verband beitreten konnte – um die Punkte.

Bedingt durch diese Tatsache und den von 1914 bis 1918 andauernden 1. Weltkrieg begann die aktive Jugendarbeit erst so richtig 1919/1920. Dann ging es mit Macht vorwärts.
In den folgenden zehn Jahren war es fast immer ungefähr die gleiche Anzahl von Jugendlichen, die für die Ehre Arminias stritten.

So waren es 1930 vier Jugend-, vier Schüler- und drei Knaben-Mannschaften.
Die 1. Jugendmannschaft der Spielzeit 1932/33 wurde unbesiegter Meister der ersten Jugendklasse.
Nach 1935 und während des 2. Weltkrieges konnten nur wenige Jugendmannschaften die Farben Arminias vertreten. Auch in dieser Zeit wurden dennoch gute Erfolge erzielt.
Direkt nach dem Kriege versuchte ein Stab von Mitarbeitern in mühevoller Arbeit, wieder eine erfolgreiche Jugendabteilung aufzubauen.
Langsam, aber sicher, stellten sich auch Erfolge ein.
Im Jahr 1946 hatte die Jugendabteilung einen Bestand von 150 Jugendlichen, die sich auf insgesamt elf Mannschaften (einschließlich zwei Handballmannschaften) verschiedener Altersklassen verteilten. Die 1. Jugend, 1. Schüler und 1. Knaben errangen jeweils die Stadtmeisterschaft.
Im Jahr 1947 vergrößerte sich die Jugendabteilung auf 250 Mitglieder mit insgesamt 15 Fußball- und drei Handballmannschaften. Die Stadtmeisterschaft errangen wiederum die 1. A-Jugend, die 1. Schüler und 1. Knaben. Darüber hinaus erspielte sich die 1. A-Jugend die  Niedersachsenmeisterschaft,die erstmalig 1946/47 ausgetragen wurde.
Die Spieljahre 1948/49 und 1949/50 brachten der Jugendabteilung besondere Höhepunkte, nahmen doch an den Punktspielen jetzt 25 Mannschaften teil. Dieses Mal musste die 1. A-Jugend mit dem 2. Platz vorliebnehmen, dagegen konnte die 1. Schüler wieder die Meisterschaft erringen. In den Pokalspielen waren abermals die 1. A-Jugend und 1. Schüler siegreich.

DFB-Jugend-Pokol 1949-50

Sieger des DFB-Jugend-Pokals 1949/50

Sieger des DFB-Jugend -Pokals 1949/50

Ein besonderes Ereignis hebt sich im Jahr 1949/50 aus dem Rahmen heraus: Unsere 1. A-Jugend errang den DFB-Pokal in Pforzheim.
Dieser Erfolg war einmalig, erkämpften wir doch als erster Verein die kleine „Victoria“ im Bundesgebiet. Auch die gesamte Presse war seiner Zeit voll des Lobes über unsere Mannschaft. Wir wollen daher die erfolgreichen Kameraden namentlich nennen: Hilder, Lukow, Krautheim, Hartmann, Holst, Kruse, Otto, Rose, Meyer, Mädge, Mazzurana, Bergmann, Kaufmann und Gromeyer.

Die Erfolge in unserer Jugendabteilung setzten sich auch in den folgenden Jahren weiterhin fort. Ein Zeichen dafür, dass bei Arminia die intensive Förderung der eigenen Jugend stets beherzigt wurde. So ist es nur verständlich, dass immer wieder große Talente am Bischofsholer Damm heranwuchsen, die durch ihren schmückenden Beinamen „Ex-Hannoveraner“ ihrer Heimatstadt, aber auch dem SV Arminia, in den deutschen Fußball-Landen zu Bekanntheit und Anerkennung verhalfen.

Gleich zu Beginn des neuen Jahrzehnts hatte unsere 1. A-Jugend in der Saison 1953/54 die Niedersachsenmeisterschaft errungen. Trainer war Kurt Kranz; Ewald Rempel, unser langjähriger Jugendobmann, war gleichzeitig der Mannschaftsbetreuer und die am großen Erfolg beteiligten Spieler, die sich 1994 nach 40 Jahren auf Initiative von Helmut Keil und Klaus Vorbrodt zur Erinnerungsparty trafen (von 14 ehemaligen Kameraden sind damals 12 „Oldies“ gesund und munter erschienen) sind gewesen: K. Vorbrodt (Kapitän), G. Blasche, E. Dombrowski, „Leo“ Eckhardt, G. Kapitza, G. Binnewies, „Erpel“ Lenthe, W. Bussenius, „Ete“ Krüger, H. Keil, R. Wimmers, M. Kuntzsch, G. Gottschalk und „Freddy“ Jansson.

Saison 1961/62: Der Kapitän, Gert „Taufi“ Taufmann, nimmt für die glückst rahlende Mannschaft den Pokal vom NFV-Präsidenten Karl Laue entg egen.

Saison 1961/62: Der Kapitän, Gert „Taufi“
Taufmann, nimmt für die glückstrahlende
Mannschaft den Pokal vom NFV-Präsidenten
Karl Laue entgegen.

Nur ein Jahr später in der Spielzeit 1954/55 stand die kaum veränderte Mannschaft schon wieder im Endspiel, musste sich aber dem starken VfB Oldenburg geschlagen geben und sich mit dem Titel „Vizemeister Niedersachsens“ begnügen.

In der Saison 1961/62 ist unsere 1. A-Jugend unter dem Trainer Clemens Heyduck, unser ehemaliger, bekannter Ligaspieler, sowie den beiden engagierten Betreuern Rolf Meyer und Günter Kregel, Niedersächsischer Jugend-Pokalmeister geworden.

1. A-Jugend SV Arminia – Niedersachsen Pokalsieger 1961/62, st ehend von links: S. Frits che, H. Heimann, Rolf Meyer (Betreuer), M. Rappel, B. Wiebking, J. Grupe, H.-J. Wolf, A. Klages, Clemens Heyduck (Trainer), D. Bock, Günter Kregel (Betreuer), hockend: M. Mess - ner, K. Bock, D. Luss ek, P. Meyer, G. Taufmann (Kapitän) und B. Filipiak.

1. A-Jugend SV Arminia – Niedersachsen
Pokalsieger 1961/62

Schon wieder gab es große Freude in der Jugendabteilung unseres SV ARMINIA.

1. A-Jugend SV ARMINIA – Niedersachsenmeister 1963/64, st ehend von links: Kurt Kranz (Trainer), Ulrich Leonhardt, Rolf Sydekum, Bernd Feuerherm, Heinz-Dieter Hansing, Peter Pfeng, Reinhard Adler, Günter Kregel (Betreuer), kniend: Achim Röhl, Wilfried Blume, Peter Arhilger, Lutz Memminger (mit Pokal), Bernd Apel. Auf dem Foto fehlen: Werner Kendzia und Michael Hippe.

1. A-Jugend SV ARMINIA – Niedersachsenmeister
1963/64

Die Saison 1963/64 wurde von unserer 1. A-Jugend mit dem Titel des Niedersachsenmeisters gekrönt. Im Endspiel am 20. Juni 1964 wurde fast schon sensationell der VfL Osnabrück mit 5:1 Toren besiegt!
Auch diese damalige Kameradschaftstruppe hat sich nach 40 Jahren im Sommer 2004 auf Initiative und Einladung von „Rolli“ Sydekum wieder getroffen und war mit 14 „Oldies“ sowie ihrem Betreuer Günter Kregel nahezu vollzählig erschienen. Der damalige Trainer, Kurt Kranz, war leider zwischenzeitlich – auch für uns Arminen – viel zu früh verstorben.

Den 4. Titel eines Niedersachsenmeisters der A-Jugend nach 1947, 1954 und 1964 holte sich für den SV ARMINIA die von Hugo Rauls trainierte und von Manfred Oelschläger betreute Mannschaft in der Saison 1969/70.
Bei der darauffolgenden Norddeutschen Meisterschaft wurde ein 3. Platz erkämpft.

Start einer steilen Karriere

Martin Giesel

Etwa in dieser Zeit machte ein gerade siebenjähriger Knirps Bekanntschaft mit der Lederkugel, der durch sein überdurchschnittliches Können und seinen Spielwitz im Verlaufe der Jahre viele Zuschauer erfreut hat und dazu beitrug, dass der Name Arminia in aller Munde war. Es handelt sich um: Martin Giesel. Der „Dreikäsehoch“ im Arminentrikot ist Martin „Matze“ Giesel, der sich schon bei seinen ersten Gehversuchen in den Stollenschuhen eines Doppelstoppers „erfreut“. Gerade sieben Jahre alt schoss „Matze“ seine ersten Tore für Arminia. Über viele erfolgreiche SVA-Nachwuchsmannschaften bis hin zum Norddeutschen Pokalsieger der A-Jugend Saison 1980/81 wurde „Matze“ zusammen mit seinen Arminenfreunden Michael Gue und Bastian Hellberg Stammspieler in unserer Ligamannschaft.
Das „Dreigestirn“ wechselte später dann zusammen zum Lokalrivalen Hannover 96.

Die Jugendabteilung des SV Arminia, Teil 2

Betrachtet man die historische Entwicklung des Jugendfußballs in Norddeutschland, so wird man in den 70er Jahren bis Mitte der 80er neben den auch heute noch führenden Clubs Hamburger SV, Werder Bremen und Hannover 96 den Namen SV Arminia in den Siegerlisten finden.
Der Vereinsname wird von der interessierten Öffentlichkeit mit guter Jugendarbeit in Verbindung gebracht. Spieler wie „Amigo“ Elfert, Dierßen, Hellberg, Gue, Giesel und Heidenreich begannen ihre Karriere bei den Blauen und sind den Fußballfans auch heute noch ein Begriff.
Anfang der 90er-Jahre ist der Jugendfußball auf dem Tiefpunkt angelangt. Es wurden gerade zwei Mannschaften (1. A- und 1. B-Jugend) zum Punktspielbetrieb gemeldet.
Sämtliche Startberechtigungen für die Landes- und Bezirksligen sind dabei verloren gegangen.

Die Entwicklung der vergangenen zehn Jahre:
1999/2000 10 Teams 150 Spieler
2002/2003 15 Teams 220 Spieler
2008/2009 17 Teams 280 Spieler
2010/2011 14 Teams 260 Spieler
+ 2 Mädchenteams

Teil II_1

Die Jugendarbeit beim SV Arminia hat zwei Zielrichtungen. Zum einen die sportliche Komponente: Es sollen Spieler ausgebildet werden, die das Niveau der 1. Mannschaft erreichen und ggf. den Sprung in die Oberliga schaffen.
In der Oberliga-Saison 2008/2009 kamen die Jugendspieler Jan Hausfeld, Onur Uzun und Steffen Quambusch zu Einsätzen in der ersten Mannschaft.
In der ersten Phase der vergangenen zehn Jahre ging es um die Bildung einer breiten Basis mit möglichst vielen Teams. Mittlerweile ist die qualitativ hochwertige Ausbildung der Spieler ein mindestens gleichwertiger Schwerpunkt. Die 1. A- und die 1. B-Juniorenmannschaft spielen erfolgreich auf Landesebene, die jüngeren Spieler der C-Junioren spielen in der Bezirksliga, und die D bis E-Junioren sind auf Kreisebene eine bedeutende Größe. In der F- und G-Jugend steht die Gewöhnung an das Spiel an erster Stelle.
Leistungsanforderungen sind hier nicht angebracht.

Die aktuell 16 Jugendteams werden von insgesamt 22 Trainern betreut, von denen 15 eine Trainerlizenz besitzen.

Teil II_2

Als gesellschaftspolitische Komponente möchten wir die Identifikation mit dem Verein bezeichnen. Soziales Verhalten und ameradschaftlicher Umgang haben in der heutigen Zeit nicht gerade Hochkonjunktur. Im Verein sollen die Jugendlichen lernen, Verantwortung zu übernehmen und Selbstvertrauen zu gewinnen.
Neben den leistungsorientierten Mannschaften wird es immer auch für die nicht ganz so talentierten Spieler eine Möglichkeit zum Fußballspielen geben; unter anderem treten in der E- und F-Jugend jeweils vier Mannschaften für den SVA beim Punktspielbetrieb an.

In der abgelaufenen Saison waren 19 Jugendspieler als Schiedsrichter für den Verein tätig.
Der faire Umgang mit anderen Vereinen und die positive Darstellung des SV Arminia sind ein zusätzlicher Schwerpunkt.
Seit 2002 wird jährlich die Otto-Höxtermann-Turnierwoche veranstaltet, an der über 100 Mannschaften von der A- bis G-Jugend teilnehmen.
In den vergangenen Jahren wurde aktiv mit verschiedenen hannoverschen Schulen zusammengearbeitet. Es wurden Fußball-AGs an der Birkenschule, dem Wilhelm-Raabe-Gymnasium und der Heinrich-Heine-Schule von Jugendtrainern des SV Arminia durchgeführt.

Die Jugendabteilung wurde 2003 mit dem Sepp-Herberger-Preis und 2006 mit der Avacon-Trophy ausgezeichnet. Der ehemalige Jugendleiter Martin Sterk erhielt 2007 vom DFB eine Auszeichnung für seine ehrenamtlichen Tätigkeiten.

Der neue Jugendleiter Andreas Wagner, Inhaber der Trainer-C-Lizenz und der Vereinsmanager-Lizenz, wird die Aufgaben gewissenhaft weiterführen und weitere Verbesserungen in Bezug auf interne und externe Projekte anstreben.